Der hohe Schwierigkeitsgrad der Planung der neuen Firmenzentrale der Haema AG war in erster Linie gekennzeichnet durch die enorm komplexe Aufgabenstellung (Anforderungskatalog des Bauherrn mit anspruchsvollen Zusammenhängen, wirtschaftlichen Zwängen und kurzer Bauzeit) verbunden mit der sehr speziellen Nutzung der Gebäude (Herstellung von Blut- bzw. Blutplasma-basierten Arzneimitteln). Das genutzte Grundstück auf dem Gelände der „Alten Messe“ Leipzig wurde vor allem von der umliegenden heterogenen Stadtstruktur mit solitären Baukörpern gekennzeichnet. Gleichzeitig war eine Besonderheit bei der Planung durch die prägnante Lage in unmittelbarer Nähe zur BIOCITY Leipzig und das damit verbundene sehr hohe öffentliche, allgemeine Interesse gegeben.
Der Entwurfsgedanke des errichteten Neubaus der Firmenzentrale der Haema AG auf Flächen der Alten Messe in Leipzig ist durch ein hohes Maß an Funktionalität und die klare Zonierung von Baukörpern und Freianlagen gekennzeichnet. Den Kopf des Gebäudeensembles bildet ein repräsentatives Verwaltungsgebäude an der Zwickauer Straße. Der Verarbeitungs- und Produktionsbereich wird über einen mehrfunktionalen Verbinder westlich angeschlossen. Dem Wunsch des Architektenwettbewerbes entsprechend erhält das Gebäude eine offene, transparente Fassade. Die Grundrisse lassen durch ihren Kombibüro-Charakter eine flexible Nutzung und Gestaltung zu. Das Produktionsgebäude beherbergt auf mehreren Ebenen hochkomplexe Labortechnik, ein tiefgekühltes, automatisch bedienbares Hochregallager (Blutplasma-Lagerung bei -40°) sowie die gesamte Vertriebslogistik der Haema AG für alle Input/Output – Transaktionen im Zusammenspiel mit den 30 deutschlandweiten Blutspende-zentren.
Die errichteten Gebäude wurden gemäß der definierten Aufgabenstellung des Bauherrn geplant und entsprechen energetisch sowie umwelttechnisch dem derzeitigen Höchststand von Wissenschaft und Technik bei wirtschaftlich vertretbarem Aufwand in Abwägung von einmaligen Investitions- und späteren Betriebskosten. Im Vorfeld wurden hierzu ein Vielzahl von Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen durchgeführt, insbesondere zur energieeffizienten Bereitstellung der Prozesskälte für die großen Blutplasma-Tiefkühlzellen, zur Gestaltung einer effektiven Heizung und Kühlung mit Aktivierung der Deckenflächen sowie zur Absicherung eines autarken Anlagenbetriebs (bis zu 21 Tage). Die geplanten Gebäude wurden energetisch hocheffizient und nachhaltig errichtet. Die Anforderungen an die Gesamtenergieeffizienz nach EnEV werden um bis zu 50% unterschritten. Der Gebäudekomplex wird primär optimal mittels regenerativer Wärme aus dem städtischen Fernwärmenetz versorgt. Das Verwaltungsgebäude ist mit einer gedämmten VHF Alu-Konstruktion dauerhaft gestaltet, das Produktionsgebäude mit hochwärmedämmenden Porenbeton.







