Das Bahnhofsgebäude aus dem Jahr 1858 als Kernstück des gesamten Areals besitzt als Identifikationspunkt der Stadt Bad Salzungen eine hohe städtebauliche Bedeutung. Ausdruck dafür sind neben seiner ursprünglichen Funktion die städtebauliche Stellung als Solitär sowie der ausdrucksstarke Baukörper und seine Architektur.
Zu Planungsbeginn war das ehemalige Empfangsgebäude seit mehreren Jahren ungenutzt und die bauliche Substanz dementsprechend stark sanierungsbedürftig. Aufgrund des baulich desolaten Zustandes mussten Obergeschoss und Dachgeschoss zurückgebaut werden. Im Zuge des geplanten Neuaufbaus erfolgte eine Aufstockung um ein weiteres Obergeschoss. Städtebaulich verhilft die Aufstockung dem Gebäude dazu, seine Präsenz als Solitärgebäude und Kernstück des gesamten Areals zu stärken.
Der Eigentümer, die GEWOG GmbH, nutzt das Gebäude als Wohn- und Geschäftshaus und vermietet die Räumlichkeiten an das Sozialwerk des Deutschen Frauenbundes, Landesverband Thüringen e.V. sowie private Wohnungsnutzer. An zentraler Stelle der Stadt ist in Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Salzungen und dem Wartburgkreis ein Soziales Zentrum entstanden, welches eine engmaschige Betreuung, Begleitung und Beratung für die Bevölkerung in allen Lebenslagen anbietet.
Im Wesentlichen sind dabei in den Obergeschossen insgesamt 13 Wohneinheiten und im Erdgeschoss sowie im zentralen Bereich des ersten Obergeschosses die gewerblichen Räume der sozialen Einrichtungen. Im Kellergeschoss wurde zur Gründungsertüchtigung eine neue lastverteilende Bodenplatte eingebracht, daher ist dieses Geschoss nur noch teilweise als Technikgeschoss genutzt. Die Abstellräume für die Mieter wurden dafür im bis dahin ungenutzten ebenfalls sanierten Wasserturm untergebracht. Bei den Wohneinheiten wurde ein besonderer Fokus auf die Möglichkeit der sozialen Durchmischung gelegt. So wurden Wohnungen aller Wohnungsgrößen geschaffen und somit ein Zusammenleben unterschiedlicher Generationen und Bewohnergruppen mit unterschiedlichen Ansprüchen ermöglicht. Alle Wohnungen verfügen über Balkon/Terrasse, großzügige Fensterflächen, modernes Heizsystem (aktivierte Betondecken mit Deckenheizung/Kühlsystem) und ein Lüftungssystem. Zudem sind alle Wohnungen barrierefrei zu erreichen.
Die Sanierung des historischen Bahnhofsgebäudes zeigt beispielhaft, wie historische Architektur und Anforderungen an modernes Wohnen miteinander in Einklang gebracht werden können.
Das Vorhaben wurde mit öffentlichen Mitteln des Freistaates Thüringen gefördert.





