ERSATZNEUBAU GRUNDSCHULE MIT HORT UNDSPORTHALLE in Grünhainichen

Beschreibung

Ursprung des Bauvorhabens war die Idee einer Grundstücksreaktivierung des stillgelegten und längst abbruchreifen Freibades der Gemeinde Grünhainichen im Erzgebirgskreis. Die exponierte Lage des Grundstückes, umgeben von Wiesen und Wäldern, war prädestiniert für den Neubaukomplex einer Schule – der „Schule im Grünen“. Der Entwurf sollte Raum für neue Unterrichtsformen schaffen und sich deutlich vom klassischen Unterrichtsraum distanzieren, zudem waren eine ökologische Bauweise und Nachhaltigkeit Schlagworte der Aufgabenstellung.

Sämtliche Außenwände und die tragenden Innenwände des eingeschossigen Schulbaus sind im üblichen Raster von 62,5 cm in Holzrahmenbauweise errichtet. Eine Stahlbetonaufkantung dient dem baulichen Holzschutz der Außenwände und hebt diese aus dem Spritzwasserbereich. Den horizontalen Raumabschluss bildet eine Holzbalkendecke, deren Balkenlage in Ost-West-Richtung verlegt ist.
Lediglich für den zweigeschossigen Erschließungsteil zwischen Schule und Sporthalle sowie für erdberührte Bauteile ist eine Massivbauweise aus Mauerwerk und Stahlbeton notwendig. Neben der statischen Notwendigkeit erfüllen diese Bauteile hauptsächlich brandschutzrelevante Anforderungen.

Die Anordnung auf dem Grundstück, die Ausrichtung und die Gebäudehöhen der einzelnen Kubaturen folgen der bestehenden Topografie mit einem Geländeanstieg in Nord-Süd-Richtung. So ist die Sporthalle auf dem tieferliegenden Niveau an der nördlichen Grundstücksgrenze verortet. Die grundstücksteilende Böschung wird über einen zweigeschossigen Massivbau überbrückt, beherbergt hauptsächlich die Umkleide- und Sanitärbereiche der Sporthalle und dient gleichzeitig der Haupterschließung von Sporthalle und Schulbau. Letzterer schließt als eingeschossiger Komplex in Richtung Süden an.
Wesentliches Merkmal des Schulbaus sind die sogenannten Lerncluster und das Hortcluster, welche östlich und westlich von der Aufenthalts- und Erschließungsmagistrale abgehen und gleichzeitig Baukörper und Außenanlage definieren. Die eingeschossige Bauweise und Türen aus allen Bereichen der Schule ermöglichen ebenso Unterricht im Freien.

Der Baustoff Holz findet nicht nur in der Tragkonstruktion Verwendung, sondern wird in der
Fassadengestaltung als hinterlüftete Holzfassade sichtbar. Farbig gestaltete Drei-Schicht-Platten in den Bereichen der Türen und Fenster bilden den Kontrast zu einer profilierten, senkrecht angeordneten und vorgegrauten Holzbekleidung aus Weißtanne. Mit dem Ziel ein gesundes Raumklima für SchülerInnen und die Lehrerschaft zu erzeugen, spielen Produkte aus natürlichen Materialzusammensetzungen eine bedeutende Rolle. Dies spiegelt sich nicht nur bei der Materialwahl im Fassadenbereich wider, sondern setzt sich im Gebäudeinneren bspw. beim Bodenbelag aus dem Naturmaterial Kautschuk fort.

Für den Neubau der Grundschule Grünhainichen wurden bereits in den frühen Leistungsphasen zahlreiche Analysen durchgeführt, um das für den Standort und der Gebäudetypologie sowie deren Nutzung passende energetische Konzept zu ermitteln. Resultierend aus allen Betrachtungen und auf Grundlage des Thermal-Response-Tests ist nachweislich die Sole/Wasser-Wärmepumpe für den Standort, den Gebäudetyp und der Gebäudenutzung die am besten geeignete Wärmeversorgungsmethode. Gleichzeitig ist das Konzept mit Solewärmepumpe ein in die Zukunft gedachte innovative Lösung, die den gestellten Anforderungen an Natur- und Umweltschutz und den ambitionierten Zielen der Politik (CO2-Einsparung) Rechenschaft trägt.

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