Der Schulnetzplan des durch die Kreisgebietsreform entstandenen Landkreises Leipzig sieht eine Bündelung mehrerer Berufsschul-zweige am Standort der Stammschule Böhlen vor. Zur Unterbringung der neuen Berufszweige ist der Abriss des maroden Altbaus und die Errichtung eines Erweiterungsbaus (Haus 4) geplant, der sich entlang der Röthaer Straße verlaufend an den Bestandsneubau anschließt. Das Grundstück ist geprägt durch die östlich des Geländes verlaufende Pleiße und den sich anschließenden Flussauen.
Der Ersatzbau ist als kompakter dreigeschossiger Baukörper mit z-förmiger Grundstruktur geplant. Durch die Anordnung der Baumassen strukturiert dieser die Freiflächen. So wird als Übergang vom Straßenraum zum Haupteingang des Hauses 4 ein begrünter Vorplatz geschaffen, rückseitig zur Pleiße definiert das Gebäude Schulhofbereiche unterschiedlicher Qualität. Im nördlichen Grundstücksbereich werden die notwendigen Parkplätze und Fahrradstell-plätze angeordnet.
Der Entwurf sieht im Grundriss zwei gegeneinander verschobene jeweils zweiachsig erschlossene Baukörper vor. Der kompakte Ersatzbau erhält damit eine klare funktionale Grundstruktur mit kurzen internen Wegen und einem geringen Verkehrsflächenanteil. In der Überlagerungsfläche dieser Baukörper liegt das zentrale Treppenhaus als Dreh- und Angelpunkt des Hauses 4. Zwei zusätzliche notwendige Treppenhäuser sind jeweils an den Stirnseiten der Baukörper angeordnet. Der Aufzug liegt in dem südlichen TRH und ermöglicht über den Verbindungsgang auch die barrierefreie Verbindung mit den Häusern 1 bis 3. Maßgeblich für Planung der Grundrissstruktur waren die Vorgaben des bestätigten Raumprogrammes. Der nördliche von der Straße zurückgesetzte Baukörper beherbergt alle 17 Klassenräume und den Musikraum; die drei Geschosse besitzen die gleiche Raumaufteilung. Im südlichen Baukörper, am Fußweg der Röthaer Straße, sind alle anderen Bereiche untergebracht.
Im Erdgeschoss befinden sich die Fachunterrichtsräume für Physik, Chemie und Biotechnologie, im 1.OG am Verbinder zum Bestandsneubau der Lehrerbereich, im 2.OG die Räume für Ernährung und Hauswirtschaft sowie Sozialassistenz. Durch die Verschiebung der Baukörper gegeneinander ergeben sich Unterrichtsräume mit Nordausrichtung für den Informatikbereich. An das zentrale Treppenhaus sind Sanitär- und Abstellräume sowie die Garderobe angelagert.
Die innere Gebäudestruktur des Entwurfskonzeptes spiegelt sich in den Fassadenflächen wider. Der nördliche, die Klassenräume beherbergende Baukörper, erhält ein regelmäßiges Fassadenbild mit großen liegenden Fensterformaten. Der südliche Gebäudeteil, dessen Raumaufteilung in jedem Geschoss variiert, besitzt lange versetzt liegende Fensterbänder. Zwischen beiden Baukörpern entsteht ein spannungsvoller Kontrast. Durch die Detailausbildung wird zwischen nördlichem und südlichem Gebäudeteil wiederum ein Zusammenhang hergestellt.








