BAHNHOF BRANDENBURG A.D. HAVEL SANIERUNG UND UMBAU HAUPTGEBÄUDE

Beschreibung

Nach Abschluss der umfangreichen und komplexen Umbau- und Sanierungsarbeiten erstrahlt das über 150 Jahre alte ehemalige Bahnhofsgebäude wieder in neuem Glanz. Nach wechselvoller Geschichte, mehreren Umbauten und langem Leerstand, konnte das als Geschäftshaus wiedereröffnete Gebäude 2014 seinen neuen Nutzern übergeben werden. Als städtebaulich exponiertes Einzelgebäude mit hohem Identifikationswert stand es bereits vor Planungsbeginn im Zentrum regen öffentlichen Interesses. Damit verbunden war von Anfang an ein hoher Gestaltungsanspruch an die weitgehend denkmalgerechte Rekonstruktion des Gebäudes. Zugleich bildete es den Mittelpunkt einer umfangreichen städtebaulichen und infrastrukturellen Entwicklungsmaßnahme, bei der der vorgelagerte Bahnhofsplatz einschließlich angrenzender Neubebauung und mehrerer Einrichtungen des ÖPNV komplett neu gestaltet wurde. Die neue Platzfläche wurde dabei leicht ansteigend bis auf Erdgeschossniveau an das Gebäude herangeführt und dieses  gleichsam als Solitär räumlich freigestellt, seiner Bedeutung entsprechend neu ins Stadtbild gesetzt.

Als gestaltprägende Elemente wurden die beiden ursprünglichen Gebäudeflügel (Hauptbahnhof und Neustädter Bahnhof) auf ihre Kernbereiche mit den markant gegliederten Fassaden zurückgebaut und durch einen leichten, transparenten Zwischenbau in Pfosten-Riegel-Konstruktion funktional miteinander neu verbunden. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf der möglichst originalgetreuen Wiederherstellung der Fassaden. Die Fassade wurde in diesem Zuge mit einem mineralischen Wärmedämm-verbundsystem versehen, wodurch die Energieeffizienz des Gebäudes erheblich gesteigert worden ist.  Bei den Umbauarbeiten kamen darüber hinaus historische Details zum Vorschein, die wieder neu inszeniert werden konnten. So konnte zum Beispiel die markante Bahnhofsuhr im Hauptgiebel wieder ins Leben gerufen werden. Beim Austausch von Innenwänden kamen mehrere historische gusseiserne Säulen zum Vorschein, die ebenfalls wieder mit verbaut wurden. Trotz schlechter Quellenlage erfolgten die Umbauten stets unter dem Gesichtspunkt einer möglichst weitgehenden denkmalgerechten Wiederherstellung.

Als Geschäftshaus beherbergt das Gebäude nun neben einem modern ausgestatteten Revier der Bundespolizei, einen Stützpunkt der DB Regio für die Unterbringung von Zugbegleitpersonal inkl. moderner Büroräume, mehrere Restaurant- und Ladeneinheiten entlang einer ins Gebäude integrierten Passage, eine Wartehalle sowie das Reisezentrum der Deutschen Bahn.

Vervollständigt wurde das ambitionierte Bauvorhaben durch den angrenzenden Neubau zweier Verkaufspavillons in prägnanter und eigenständiger Formensprache. Als Bindeglied zwischen Bahnhofspassage und Zughaltepunkt kommt den Pavillons eine wichtige Bedeutung zu. Durch die geschwungene Passage zwischen den beiden Pavillons gelangt der Ankommende sowohl ins Bahnhofsgebäude, als auch über den Bahnhofsplatz in die Stadt. Hierdurch ist es zugleich gelungen das Ehemalige Bahnhofsgebäude wieder stärker in die Fußgängerströme zum Zughaltepunkt zu integrieren.

Die weiche Formgebung, leichte Materialität und maritime Farbgebung stehen charakteristisch für den die Stadt prägenden hohen Anteil an Natur- und Wasserflächen. Die stringente Materialität und die geschwungene Formensprache stehen dabei in bewusstem Kontrast zum historischen Ursprungsgebäude, wobei sich die beiden Baukörper dennoch respektierend unterordnen.

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