Das Gebäude Otto-Schmiedt-Straße 5 wurde als gutbürgerliche Villa im Stadtteil Leipzig-Leutzsch um ca. 1905 mit Formelementen des Jugendstils errichtet. Die besondere Herausforderung bei diesem Projekt bestand darin, bei gleichzeitiger Wahrung der historischen Bausubstanz eine anspruchsvolle räumliche Hülle für zeitgemäße Büroräume zu schaffen. Dabei mussten die verschiedensten funktionalen und bautechnischen Ansprüche z.B. an Wärme- und Brandschutz umgesetzt werden. Zusätzliche Nutzfläche entstand mit dem Ausbau des Dachgeschosses und der Souterrainräume.
In enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Denkmalpflege wurden wertvolle Baudetails aus der Entstehungszeit des Gebäudes herausgearbeitet und gestärkt. Ziel war es, die Eingriffe in die historische Bausubstanz zu minimieren und die bauzeitliche Raumstruktur, insbesondere das großzügige Treppenhaus mit Foyer und die Salonzimmer im EG mit den Originalparkettböden zu erhalten. Neue Ein- und Umbauten sowie die Ausstattung wurde mit Respekt vor der historischen Bausubstanz in zeitgemäßer Formensprache geplant und ausgeführt.
Die Wand- und Deckenflächen des Vestibüls sind mit reichhaltigen Stuck- und Schmuckelementen gegliedert. Die Stuckierung der Decken setzt sich im Erd- und Obergeschoss fort. Im Foyer und einem Salonzimmer war diese unter düsterer Holzverkleidung aus den 1930er Jahren verborgen. Sämtliche Stuckflächen wurden restauriert bzw. wiederhergestellt. Die Lincrustatapete im Sockelbereich der Wandflächen von Foyer und Treppenhaus wurde ebenfalls erhalten und Fehlstellen in handwerklicher Detailarbeit ergänzt. Die farbige Gestaltung auf der Basis der restauratorischen Befunduntersuchung zieht ihre Ausstrahlung insbesondere aus den farbig abgesetzten Materialien und Formelementen und ihrer plastischen Wirkung zueinander. Die Farbfassung der Fassade als Dreiklang aus dem Porphyrrot der Fenstergewände und Bossierungen, den glatten Putzflächen in Hellocker und dem Olivgrün der Fenster wird auch im Gebäudeinneren aufgegriffen und in adaptierter Form fortgesetzt.
Die Planung der Außenanlagen erfolgte mit Rücksicht auf den alten Baumbestand. Der schmiedeeiserne Jugendstilzaun mit silbriggrauem Graphitanstrich wurde aufbearbeitet und ergänzt. Die neue Außentreppe schafft einen eleganten Übergang vom Gebäude in den parkähnlichen Garten. Mit der kompletten Sanierung von Gebäude und Außenanlagen erstrahlt ein Kleinod neu und vervollständigt die Perlenkette Leutzscher Villenarchitektur.
Um darüber hinaus dem Platzbedarf gerecht zu werden, wurde 2019 auf dem Gelände ein ergänzender Teilneubau errichtet, der als Kombibereich für Büro und Beratung genutzt wird.




