Messehalle 12, Leipzig – Arbeitswelten

Beschreibung

Das Umbauvorhaben der ehemaligen Messehalle 12, auch bekannt als „Sowjetischer Pavillon“, gliedert sich in drei Bauabschnitte. Der 1. Bauabschnitt wurde bereits fertiggestellt. Er umfasst das bereits vorhandene Stadtarchiv sowie die zukünftigen AGM-Büroflächen in den beiden Obergeschossen des Magazinneubaus. Im 2. Bauabschnitt sind Mietflächen mit Arbeitsplätzen für ca. 400 Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie Depot- und Lagerflächen für die städtischen Museen vorgesehen. Der 3. Bauabschnitt ist als Gründerzentrum konzipiert und beinhaltet Mietflächen für Werkstatt, Büro- und Labornutzung. Anstelle des weitestgehend zurückzubauenden Bestandsgebäudes entsteht unter Beachtung der Festlegungen des Bauvorbescheids und der Auflagen zum Umgang mit dem Denkmalschutz ein hochwertiger Büro-, Labor-, Archiv- und Lagerkomplex mit etwa 50.000 m² BGF (einschließlich Untergeschoss).

Die Objekt- und Ausstattungsplanung für den neuen Standort des Amtes für Jugend, Familie und Bildung (1. und 2. Bauabschnitt) im Vorhaben Umbau und Sanierung der Messehalle 12 sieht die Entwicklung eines offenen Bürokonzepts auf Basis des Leitbildes „Moderne Verwaltung für die wachsende Stadt Leipzig“ vor. Ziel ist die Entwicklung eines ganzheitlichen Gebäude-, Ausstattungs‑, Farb- und Materialkonzeptes unter der Vorbereitung und Durchführung zahlreicher Beteiligungs-Workshops.

Das erarbeitete innenarchitektonische Konzept sieht die Differenzierung dreier Standorte im Gebäude vor. Der „Innenraum“ bildet den Makrostandort Büro – das gesamtheitliche Arbeitsumfeld- ab. Unter der Kubatur „Arbeitsplatz“ befindet sich der Mikrostandort Büro, das nahe Arbeitsumfeld. Räume der Interaktion, des informellen Begegnens und Austausches sowie Räume zum Besprechen und Warten werden dem erweiterten Arbeitsumfeld und somit dem „Intermediären Raum“ – dem Sonderstandort Büro zugeordnet. Diese Standorte beinhalten die im Zuge der Entwicklung eines modernen Verwaltungssitzes erforderlichen Funktionsbereiche:

  • Foyer / Empfang (Repräsentation)
  • informelle Zonen / Besprechungs- und Beratungsräume (Kommunikation / Kollaboration)
  • verschiedene Büroformen (Konzentration)
  • Pausenbereiche (Regeneration)

Ein Farb- und Materialkonzept spiegelt das übergeordnete Raumkonzept wider. Das gewählte Farbspektrum umfasst neben fünf Leitfarben zugleich drei Neutraltöne zur gestalterischen Ergänzung. Ein leitender Verkehrsring bestehend aus einem vielfarbigen Textilband dient als zusammenhaltende Klammer pro Etage. Eine Abzeichnung sowie Differenzierung der jeweiligen Arbeitsbereiche ermöglichen ausfließende Farben aus dem leitenden Textilband.

Die Umsetzung des Raumgestaltungskonzeptes erfolgte bis einschließlich auf die Produktauswahl in der beschriebenen Objekt- und Ausstattungsplanung (Leistungsphase 1-6). Im Kern der Arbeit steht hier insbesondere die Erarbeitung eines innenarchitektonischen Farb- und Materialkonzepts als auch  eines  integrativem Leitsystems mittels projektbezogener Visualisierungen und Konzeptdarstellungen als auch Ausstattungskatalogen mit Bemusterungen und die Aufstellung von Leistungsverzeichnissen. Inhalte dieser Kataloge sind beispielsweise:

  • Fußboden: Leitender orientierender Verkehrsring, Arbeitsplatz, Teeküchen, TH, Sanitär- und Technikflächen (Textilbelag, Linoleum, Keramik)
  • Büromobiliar: Arbeitsplatzmöbel, Stauraummöbel, Archivmöbel
  • Sondermöbel: Besprechungsmöbel, informelle Besprechungsmöbel, Wartemöbel
  • Textile Bespannung: an Mobiliar, Objekt- und Stellwände
  • Sonderausstattung: Akustikwände, Holzwände, farbige Decken und Wände, Bilder (Akustikbilder)
  • Arbeitsplatzbeleuchtung: Pendelleuchten

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