Das Studentenwerk Chemnitz-Zwickau möchte den Studenten attraktive und zeitgemäße Wohnungen zur Verfügung stellen. Das Bestandsgebäude, in dem das Studentenwohnheim am Standort Eckersbach und der Studentenclub „collage“ untergebracht waren, konnte den gewünschten Standard nicht mehr erfüllen und wurde durch einen Neubau ersetzt.
Das Baugrundstück befand sich in Zwickau „Eckersbach“ im Osten der Stadt. Auf Grund von Wohnungsrückbau in den 90er Jahren befand sich um das Baufeld eine spärliche Bebauung geprägt durch DDR-Typenbauten und Garagenkomplexe im Norden. Südlich befanden sich die GGZ-Arena, Sportanlagen und weitläufige Grünflächen. Die Bebauung im näheren Umfeld reichte von 1-geschossigen Garagenkomplexen bis zu 6-geschossigen Wohngebäuden.
Der Entwurf sah vor, einen 6-geschossigen Neubau in Form eines sich öffnenden „L“ zu errichten. Höhenmäßig orientiert sich das Gebäude an dem benachbarten Studentenwohnheim. Der Neubau soll perspektivisch den Auftakt des neuen Campus bilden. Das neue Studentenwohnheim verfügt über zwei separate und visuell hervorgehobene Eingangsbereiche die zum einen zur Erschließung des Studentenwohnheims und zum anderen des Studentenclub dienen. Im rückwärtigen Bereich des Gebäudes wird ein ruhiger und geschützter Innenhof angeordnet.
Im Erdgeschoss sind die öffentlichen Bereiche wie Community Lounge, Fitnessclub, Studentenclub, Waschmaschinenraum zu finden. Vom 1. OG bis 5. OG sind 25 Studentenwohnungen pro Geschoss angeordnet. Die klare Gliederung der Grundrisse spiegelt sich auch in der Fassadengestaltung wider.
Das Erdgeschoss soll gestalterisch als Sockel erscheinen. Um diesen Eindruck zu verstärken wurde das Erdgeschoss höher als die Regelgeschosse ausgebildet. Zudem wurden die Fassaden des Sockelgeschosses mit langlebigen Alucobond-Platten verkleidet. Die darüberliegenden Fassaden erhalten eine Bekleidung aus WDVS. Als sommerlicher Wärmeschutz und als Gestaltungselement wurden messingfarbene Schiebeläden montiert. Hinter den Schiebeläden werden graue Putzfelder angelegt. In Verbindung mit den Schiebeläden entsteht in der Fassade eine ganz eigene Dynamik.
Die Außenwände erhielten über alle Geschosse eine Mineralwolldämmung und erfüllen damit alle Anforderungen an den Wärmeschutz und Brandschutz.
Die klare Grundrissstruktur des Gebäudes lässt eine wirtschaftliche Konstruktion aus Kalksandstein für die Außenwände und Stahlbetondecken für die Geschossdecken zu. Im Gebäudeinneren wurden tragende und aussteifende Wände ebenso aus Kalksandstein bzw. aus Stahlbeton errichtet. Sonstige Trennwände wurden als Trockenbauwände hergestellt.
Der Nutzung entsprechend wurden für den Innenbereich pflegeleichte, einfach zu reinigende und strapazierfähige Materialien vorgesehen. Im Sinne der Nachhaltigkeit wurden Oberflächen in leicht auszubessernden Materialien ausgeführt. So zum Beispiel wurden in den öffentlichen Aufenthaltsbereichen und Verkehrsflächen Fliesen bzw. PVC verlegt. Die Apartments wurden mit Linoleum-Belag ausgestattet. Untergeordnete Technik- und Lagerräume erhielten einen rutschhemmenden Anstrich.
In den öffentlichen Bereichen wurde gelochte Akustik-Unterdecke montiert. In Bereichen, in denen zwar die Haustechnik sichtbar bleiben kann, jedoch Anforderungen an die Raum- und Bauakustik gestellt werden, wurden Holzwolle-Akustikplatten an die Stahlbetondecken angebracht.




