Das Konzentrationslager Sachsenhausen, am Rande der Stadt Oranienburg, wurde 1936/37 auf Befehl der SS durch Häftlinge aus den Emslandlagern erbaut. Nach der Vorstellung Heinrich Himmlers, Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei, sollte Sachsenhausen zu einem „modernen und neuzeitlichen“ Lager ausgebaut werden. Der Entwurf folgte – unter den Aspekten von Funktion und Geometrie – einem „Idealplan“: Dreiecksgrundriss, symmetrischer Aufbau, fächerförmig um den Appellplatz gruppierte Baracken, rundum verteilte Sonderbereiche waren unmittelbarer architektonischer Ausdruck von Ideologie und Machtanspruch, von Kontrolle und Terror.
Nur ein sehr kleiner Teil des KZ-Komplexes, das von Wachtürmen und Mauern eingefasste ehemalige Häftlingslager, wird heute als Gedenkstätte genutzt. Das benachbarte ehemalige SS-Truppenlager mit Kasernen, Wirtschaftsgebäuden, Exerzierplatz, Bunkeranlage und Casino ist ebenso Bestandteil des Konzentrationslagers, jedoch bis heute nicht öffentlich zugänglich.
Die parlamentarische Entscheidung des Landes Brandenburg zur Errichtung einer Polizeifachhochschule auf dem Gelände des ehemaligen SS-Truppenlagers war ein schwieriger Schritt in der Auseinandersetzung mit dem nationalsozialistischen Erbe. Unter strengster Achtung der Befindlichkeiten der NS-Opfer wurde eine Gratwanderung zwischen historischer Bewahrung, Mahnung und Zukunftsgestaltung unternommen. Für die Einrichtung einer voll funktionsfähigen Fachhochschule wurden 13 Bestandsgebäude, überwiegend Garagen, Werkstätten, Kasernen und Verwaltungsbauten aufwendig denkmalgerecht saniert und nutzungsgerecht umgebaut. Eine für die schulische Einrichtung ebenso notwendige Dreifeldsporthalle wurde neu errichtet.
Gebäude 17 / 18
Unterkünfte für Lehrgangsteilnehmer / Werkstatt
Die Gebäude 17 und 18 auf dem Gelände der Polizeifachhochschule wurden 1940/42 als Teil des KZ Sachsenhausen bzw. nach 1950 als Teil miltärischer Anlagen errichtet und jeweils als Verwaltungsbau und zu Unterkunftsszwecken genutzt.
Die Gebäude blieben in ihrer wesentlichen Tragstruktur erhalten. Die zeitgemäße Nutzung als Wohnunterkunft forderte jedoch den umfangreichen Einbau neuer sanitärer Ver- und Entsorgungs-
einheiten. Letztlich entstanden voll funktionsfähige Einzelzimmer. Eine Sanitäreinheit wird dabei maximal von zwei benachbarten Wohnzimmern gemeinsam genutzt.
Gebäude 2 / 4
Verwaltung
Die Gebäude wurden in der Zeit des KZ Sachsenhausen (1940-42, Gebäude 2), bzw. während der späteren Kasernennutzung (1950, Gebäude 4) als Empfangs- und Verwaltungsbau errichtet. Seit 1990 erfolgte eine Nutzung durch das Polizeipräsidium. Diese Funktion als Verwaltungsbau übernehmen die nun sanierten Gebäude für die Polizeifachhochschule Oranienburg. Beide Gebäude sind unterkellert und erforderten vor allem in diesen Geschossen feuchtigkeitsbe-
dingte Sanierungsmaßnahmen im Innenbereich und an den Außenseiten der Kellerwände. Die tragenden Elemente des Bauwerks, wie z.B. die
Dachkonstruktion oder die Holzbalkendecken blieben i. d. R. erhalten. Der komplette Innenbereich wurde jedoch vollständig saniert und sämtliche Anlagen der Gebäudetechnik wurden erneuert. Für die behindertengerechte Erschließung wurde der Einbau von Aufzugsanlagen vorbereitet. Die Sanierung der Fassaden und Dächer erfolgte in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege.







