Das Bauvorhaben umfasste die Errichtung eines 7-geschossigen Hotels in Massivbauweise in unmittelbarer Nähe der Marienbrücke (Elbe).
Das Gebäude und das Tragwerk weisen die folgenden Konstruktionsmerkmale auf:
• nicht unterkellertes Gebäude mit EG, 1. – 5.OG und 6.OG als Staffelgeschoss; Technikaufbauten auf dem Dach
• EG als Skelettbau mit Stützen- / Flachdeckensystem
• ab 1.OG tragende Querwandscheiben als „Wandartige Träger“ über alle Geschosse
• Nichttragende Innenwände: Gipskarton-Ständerwände
• Geschossdecken: Stahlbetonplatten
• Innentreppe und Podeste: Stahlbeton-Fertigteile
• Gründung: Stahlbetonplatte auf Rammpfählen
• Außentreppe (Fluchttreppenhaus) als Stahl-konstruktion
Das Tragwerk wurde über alle Leistungsphasen hinweg mittels 3D-Modell (mit REVIT) bearbeitet.
Es musste auf einem sehr problematischen Baufeld geplant werden. (sehr beengt, Nachbarbebauung, schlechter Baugrund mit mehreren Meter Auffüllungen, historische Trümmerreste).
Im Rahmen der bereits laufenden Bauarbeiten erfolgte die kurzfristige Umplanung der Gründung, da eine vorgefundene historische (verschüttete) Stützmauer erhalten und in das Tragwerk integriert werden musste. Darüber hinaus war eine Anbindung (temporär und endgültig) der Straßenbahn-Oberleitungen am Bauwerk zu berücksichtigen.
Prinzip der Tragstruktur EG – 1.OG (Ausschnitt aus REVIT-Modell)
Unter Beachtung der Tragwirkung und der Herstellbarkeit wurde das Tragwerk überwiegend als Ortbetonkonstruktion geplant und hergestellt. Lediglich die Geschossdecken ab 1.OG wurden in Halbfertigteilweise (Filigrandecken) gefertigt. Die Ausführungsplanung umfasste dementsprechend die Erstellung von 20 Schal- und Konstruktionsplänen sowie 55 Bewehrungsplänen.
Die Lastableitung erfolgt über eine steife 70 cm dicke Stahlbeton-Fundamentplatte, die auf Rammpfählen liegt. Zur wirtschaftlichen und geometrischen Gründungsoptimierung wurde eine historische – parallel zur Antonstraße verlaufende – massive Stützmauer in den Lastabtrag einbezogen.
Zur Einhaltung des Kostenrahmens erfolgte ein permanenter Abgleich der in den Bewehrungsplänen verlegten Betonstahlmengen mit den Mengenansätzen der Ausschreibung. Im Ergebnis dieser Kontrolle wurde u.a. eine planerische Anpassung bzw. Optimierung der Bewehrungsplanung der Decken ab 1.OG – einschließlich der Filigrandecken – vorgenommen.


