UMBAU / BRANDSCHUTZTECHNISCHE SANIERUNG HAUPTBAHNHOF MAGDEBURG

Beschreibung

In beiden Empfangsgebäuden des Hbf Magdeburg wurden über einen längeren Zeitraum die Belange des vorbeugenden Brandschutzes vernachlässigt. Auf Grund behördlicher Auflagen musste eine grundhafte brandschutztechnische Sanierung geplant werden.

Die Planung war in zum größten Teil denkmalgeschützter Altbausubstanz

zu erbringen. Alle Maßnahmen wurden während des uneingeschränkt weitergeführten Betriebes des Hauptbahnhofes Magdeburg und der vermarkteten Bereiche umgesetzt.

Der Komplexität der Aufgabe und Vielschichtigkeit der Mängel geschuldet war eine umfassende Bestandsaufnahme aller Gebäudebereiche und damit einhergehende Katalogisierung aller festgestellten Mängel durchzuführen, welche digital mit einem von S&P für Bestandsaufnahmen entwickelten Programm durchgeführt wurde. Die Bestandsaufnahme wurde so strukturiert, dass sie mit entsprechenden Ergänzungen nach Realisierung für die behördliche Abnahme genutzt wurde.

Wegen unterschiedlich langer Genehmigungszeiten und der zwingend erforderlichen Sanierungsarbeiten wurde die Maßnahme in 2 Bauabschnitte unterteilt:

BA 1: Baulicher Brandschutz und HLS

BA 2: Elektro / BMA mit ergänzendem baulichen Brandschutz

EINBAU DROGERIEMARKT IM HBF MAGDEBURG

Des Weiteren wurde in den ehemaligen denkmalgeschützten Wartesaal im Rahmen einer Umnutzung ein Drogeriemarkt eingebaut.

Anzahl der Funktionsbereiche:

Der geplante Drogeriemarkt kann in 4 Funktionsbereiche unterteilt werden.

Diese sind:

  • Anlieferungs- und Lagerzone im OG und EG
  • Verkaufsraum im EG
  • Sozialräume im EG
  • Lüftungszentrale im Zwischengeschoss.

RAUM-ZUORDNUNG UND PROPORTIONEN:

Der Verkaufsraum wird über eine denkmalgeschützte Treppenanlage aus der Querhalle erschlossen. Hierzu wird der historische Zustand durch Demontage von nachträglich beigefügten Bauteilen und Ergänzung von Natursteinwandplatten wieder hergestellt.

Die proportionale Gestaltung des Verkaufsraumes wurde in enger Abstimmung mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde so gewählt, dass nach Rückbau aller nicht erforderlichen Innenwände die charakteristische Erscheinung des ehemaligen Wartesaales wieder erlebbar wird.

Zur behindertengerechten Erschließung erfolgt der Einbau eines Treffenschrägaufzuges von der Ebene Eingangshalle stadtseitiges Emp-fangsgebäude zum Hochparterre (Haupteingang Drogeriemarkt).

Anlieferung, Zwischenlagerung und Vorbereitung für den Verkauf erfolgen von rückwärtiger Seite, so dass es zu keinen Überschneidungen im Warenlauf kommt.

LICHTGESTALTUNG:

Gemeinsam mit dem Marktbetreiber wurde ein abgestimmtes Beleuchtungskonzept umgesetzt.

TGA-INTEGRATION:

Im Rahmen der Gebäudetechnikplanung musste die Anbindung der Verkaufsstätte an das Heizungs-, Trinkwasser- und Stromnetz des Hauptbahnhofes geplant werden. Ferner war der gesamte Drogeriemarkt an die automatische Brandmeldeanlage anzuschließen. Des Weiteren war ein Lastenaufzug einzuplanen, welcher das Untergeschoss mit dem Erdgeschoss verbindet.

FARB- UND MATERIALGESTALTUNG:

Der Hauptzugang zum Drogeriemarkt befindet sich innerhalb der denkmalgeschützten Querhalle des Hbf Magdeburg. Dementsprechend waren Travertinplatten und Friese in der Planung zu berücksichtigen bzw. wurden im Rahmen der Realisierung wieder ergänzt.

KONSTRUKTIVE DETAILGESTALTUNG:

Nach erfolgter Entkernung des ehemaligen Wartesaales wurde hier ein neuer schwimmend verlegter Gussasphaltboden eingebaut. Eine relativ leichte Konstruktion war erforderlich, da die statischen Reserven auch unter Beachtung der zukünftigen Regallasten begrenzt waren.

Im Rahmen des nachträglichen Aufzugseinbaus musste ferner ein Teil der Geschossdecke über dem Kellergeschoss ausgebaut und durch eine neue Geschossdecke aus Stahlbeton ersetzt werden.

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